UnLuBW – Unbemannte Luftschadstoffmesssysteme in Baden-Württemberg

Problemstellung:

Messungen der Luftqualität in urbanen Räumen basieren zu einem großen Teil auf punktuellen Werten von stationären Stationen, die allerdings zur Ableitung von Luftreinhaltemaßnahmen für ganze Städte herangezogen werden. Ein umfangreiches, heterogenes Messstellennetz ist jedoch kosten- und wartungsintensiv und ist eine zusätzliche Beanspruchung des knappen öffentlichen Raumes.

Projektziel:

Ziel des Projektes UnLuBW ist die Entwicklung eines UAS (engl: uncrewedaircraft system; dt. unbemanntes Luftfahrzeug) mit Sensorik zur Messung der Schadstoffe Feinstaub (PM10, PM2,5 und Ultrafeinstaub), Stickstoffdioxid und Ozon. Gemeinsam mit den assoziierten Kommunen (Böblingen, Kehl, Lörrach, Stuttgart) und Bürger:innen sollen zeitlich begrenzte Luftreinhaltemaßnahmen entwickelt, umgesetzt und ihre Wirkung auf die Schadstoffbelastung untersucht werden. Die Kommunen sollen im Rahmen des Projektes Wissen generieren und langfristig dazu befähigt werden, selbstständig den Einsatz von UAS für Schadstoffmessungen zu planen, vorzubereiten und durchzuführen, um gezielte Planungsentscheidungen im Sinne der Luftreinhaltung (bspw. Einführung von Tempo-30-Zonen) zu unterstützen.  

Durchführung:

Mehrere Sensoren werden auf ihre Eignung als Schadstoffmessgeräte geprüft. Anschließend werden Messkampagnen an mehreren Standorten bei vergleichbaren Wetterbedingungen inden Kommunen vor und nach Umsetzung einer zeitlich begrenzten Luftreinhaltemaßnahme durchgeführt. Durch Beteiligungsformate sollen Kombinationen vonamtlichen Messungen und open-source-Luftschadstoffdaten sowie deren Visualisierungen gefördert und somit erlebbar gemacht werden. Mit dem Einsatzzweck der Luftschadstoffmessungen sollen UAS erlebbar gemacht werden undpositive Erfahrungen für den Einsatz von UAS in der Bevölkerung verankert werden.

Projektpartner und Ihre Zuständigkeiten:

Das ISME zeichnet sich verantwortlich für die Planung und Entwicklung der Luftreinhaltemaßnahmen, die im Projekt untersucht werden sollen, sowie die gesellschaftliche Partizipation und Öffentlichkeitsarbeit gegenüber allen Akteuren (Bürger:innen, kommunalen Mitarbeiter:innen, politischen Entscheidungsträgern).

Zu den Schwerpunkten der Universität Tübingen gehört die Konstruktion und Bedienung der mit Sensoren ausgestatteten UAS vom Typ Multicopter , die Identifizierung geeigneter Aufstiegsorte in den beteiligten Kommunen anhand städtebaulicher Kriterien und die anschließende Auswertung der Messungen in Form von Statistiken, Karten und zwei- sowie dreidimensionalen Darstellungen. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen arbeiten die Arbeitsgruppen  Geoinformatik (Prof. Dr. Volker Hochschild) und  Umweltphysik (Prof. Dr. Jens Bange) eng zusammen. Um sicherzustellen, dass Messungen an unterschiedlichen Tagen und Orten vergleichbar bleiben, werden parallel meteorologische Kenngrößen (Temperatur, Luftfeuchte, Luftdruck, , Windstärke, Windrichtung und weitere) erfasst.

Unterstützt werden Sie dabei von der Konstanzer Firma Unisphere, welche auf automatisierte Flugplanung und Flugdurchführung von unbemannten Systemen mit Hilfe von digitalen Zwillingen spezialisiert ist. Zur Flugplanung kommt dabei die von Unisphere entwickelte Software NOVA Cast zum Einsatz.

„Das Projekt UnLuBW wird im Rahmen der Förderrichtlinie „Innovative Luftmobilität“ mit insgesamt ca. 624.000 Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert.“

Projektsteckbrief auf der Seite des BMDV

Projektneuigkeiten:

Förderbescheidübergabe und offizielle Pressemitteilung

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UnLuBW
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Projektpartner:

assoziierte Partner / teilnehmende Kommunen:

  • Stadt Böblingen
  • Stadt Kehl
  • Stadt Lörrach
  • Landeshauptstadt Stuttgart
  • Städtetag Baden-Württemberg

Projektlaufzeit:

04/2022 – 12/2023

 

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